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Historie, Geschichte, Chronik

Über die Burg Münzenberg liegen nur wenige Quellen bzgl. ihres Werdeganges vor.
Die älteste Urkunde stammt aus 1155/1156 und erwähnt Kuno I. von Münzenberg, was zu diesem Zeitpunkt schon eine Burg vermuten läßt. Er war ein Ministerialer (also kein Adeliger, sondern ein unfreier Dienstmann) der als Vertreter des Königs (Friedrich I. Barbarossa) mit dieser Burg den Geltungsbereich des Königs sicherte.

Die Bauten der Kernburg wurden im staufischen Baustil im späten 12. Jahrhundert erbaut und folgten den natürlichen Gegebenheiten des aus Basalt bestehenden ovalen Bergkegels. Zu ihnen zählen die Buckelquader-Ringmauer an der Süd- und Ostseite, der Südpalas, die Kapelle, der östliche Bergfried und Reste von Bauten im Küchenbereich.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Burg teilweise (durch einen Brand?) zerstört und unter Ulrich II. von Münzenberg ist mit dem Wiederausbau und dem zweiten (westlichen) Bergfried begonnen worden.
Um 1290 entstand an der Nordseite der Kernburg der Nordpalas (Falkensteiner Palas) durch die Herren des Falkensteiner Geschlechtes, welche die Haupterben des ausgestorbenen Geschlechtes von Münzenberg sind. Etwa zur gleichen Zeit wurde der erste (östliche) Bergfried fertiggestellt und die Arbeiten am westlichen Bergfried fortgeführt.
Vermutlich entstand in dieser Bauphase auch die fehlende westliche und nördliche Ringmauer und eine niedrige Mauer mit Wehrgang vor der älteren südlichen Ringmauer.

Die in ihrer jetzigen Erscheinungsform zu sehenden Befestigungsanlagen außerhalb der Kernburg sind im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts an der Ost- und Nordseite begonnen worden. Die Befestigungen an der West- und Südseite wurden erst im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts fertiggestellt. Zur gleichen Zeit entstand auch der Batterieturm an der westlichen Seite der Burg und der Bereich  vor dem mittleren Tor wurde umgebaut. Hier ist eine nach Südosten ausgerichtete starke Mauer mit zwei ebenso starken Batterietürmen hinzugefügt worden, die einen Zwinger zwischen dem Mitteltor und dem äußeren Tor bilden.
Um 1500 erfolgten die letzten Umbauarbeiten an Küche, Kapelle, inneren Burgtor und das Oberteil des westlichen Bergfriedes wurde fertig gestellt.
Im 15./16. Jahrhundert wurde die Anlage (Kernburg, Vorburg, Burgmannensiedlung (sogenannte Altstadt) und die auf der Nordseite liegende sogenannte Neustadt durch einen weiteren Mauerring und Flankentürme gesichert.

Durch die fortschreitende Entwicklung bei den Angriffswaffen führte bei den Besitzern der Burg zu dem Schluß, daß die Burganlage in ihren bestehenden Zustand nicht mehr verteidigungsfähig ist und ein Ausbau nach modernen Gesichtspunkten wird nicht weiter verfolgt.
Die eigentliche Vernachlässigung und der daraus folgende Verfall der Burg trat aber schon früher ein. Mit dem Aussterben des Münzenberger Geschlechts kam es bei den Erbauseinandersetzungen der Erbengemeinschaft zu keiner klaren Linie bzgl. des weiteren gemeinsamen Verwendungszwecks dieser Burganlage und eigene Interessen standen hier im Vordergrund. Sie blieb aber ein militärischer und wirtschaftlicher Stützpunkt in der  territorialen Sicherung der Wetterau. Die von den Mitbesitzern zur Verfügung gestellten Gelder konnten den allmählichen Verfall der Burg im 15. und 16. Jahrhundert nicht wirkungsvoll verhindern.

Im 17.Jahrhundert waren schon deutliche Spuren des Verfalls (zum Beispiel ist der  Südpalas ohne Dach) zu erkennen und im 30 jährigen Krieg wurde die Burg durch Schweden und Spanier besetzt und anschließend zerstört. Ab diesem Zeitpunkt diente die Burgruine als Lieferant von Steinen für Baumaßnahmen in der näheren Umgebung. Der westliche Bergfried verlor 1687 bei einem Unwetter sein Dach und das Gebälk beider Bergfriede wurde 1717 verkauft. Der Verfall und die Demontage der Burg führte soweit, das im 19. Jahrhundert nur noch der Raum über dem mittleren Burgtor benutzt werden konnte.

Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte man den Wert der Ruine als Baudenkmal und man bemühte sich um seine Erhaltung und Zugänglichkeit für Besucher.
Nach 1846 erhielt der östliche Bergfried eine gußeiserne Treppe, ein Dach und eine Brüstung und konnte somit als Aussichtsturm genutzt werden. Die Eingänge zur Burg wurden durch Tore gesichert und die umfangreichen Restaurierungsarbeiten zogen sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts hin.
1935 übergaben die privaten Eigentümer ihre Burganteile an den hessischen Staat und seit 1945 untersteht sie der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen.
1960 sind umfangreiche Sicherungsarbeiten durchführt worden und ab 1979 fand eine umfassende Grundsanierung der gesamten Anlage statt.

Quelle: Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen.

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